Markus Wetzel

Neue Aspekte zur Geschichte im Kesslerloch

Diese Arbeit beleuchtet das Verhältnis von Geschichte und Geschichtsschreibung, Erinnerung und Geographie.

Verwendet werden dafür reale, mögliche und fiktive Dokumente, Bücher, Modelle, Technologische Analysen, Archive und Fotographien. Es werden, möglichst überzeugend, visuelles Erlebnis präsentiert, welche unbekannte und ungeahnte Merkmale des Ortes hervorbringen. So wird hier das Kesslerloch und seine bis jetzt bekannte Geschichte durch meine Umschreibungen neu betrachtet und die „offizielle“ Geschichte wieder definiert. Dabei sind bekanntlich die Fakten und die ganze Realität nie wirklich gesichert.

Dieses Oszillieren zwischen dem Zustand von Wissen und Nicht-Wissen wirft den Betrachter nicht in eine private Welt von purer Fantasie, sondern setzt den Fokus auf schwierige erkenntnistheoretische Fragen die immer aufkommen beim Zusammentreffen von fantastischen Erlebnissen/Erkenntnissen mit bestimmten Orten, Archivmaterialien und spannenden ortsspezifischen Kunstwerken.

Der Anlass

Ein Hund anstatt ein Wolf (H. Napierala)

Die Tierknochen aus dem Kesslerloch.

Neubearbeitung der paläolithischen Fauna.

Beiträge zur Schaffhauser Archäologie 2., 2008


Bei der Neubearbeitung der Tierknochen aus dem Kesslerloch bei Thayngen (Kanton Schaffhausen) sind die Forscher H. Napierala und Hans P. Uerpmann der Universität Tübingen auf Knochen gestossen, die nicht von einem Wolf stammen.

Anhand von Vergleichen stellten die Forscher fest, dass er zu einem Hund gehörte.

Das Gebiss ähnelt vielmehr demjenigen heutiger Hunde. Die oberen Reisszähne beispielsweise sind um mindestens drei Millimeter kürzer, als vergleichbare Wolfsfunde. Die Knochen wurden mittels 14C datiert: 14100–14600 BP. Die Funde aus der Höhle Kesslerloch sind damit der bisher älteste Beweis für die Zähmung des Wolfs. Der Hund, der beste Freund des Menschen, war also bereits den Rentierjägern vom Kesslerloch bekannt.

Das Kesslerloch (>>)

prähistorische Höhle bei Schaffhausen