Markus Wetzel

metroM  subway station for Boeblingen (D)

Utopia

Gallery of the town of Böblingen, Germany

Curator: Eva Froitzheim

Métro (subway station) for Böblingen

installation:

-subway station in the lake: wood, other materials,

33 x 8 x 6ft. (10 x 2.5 x 2m)

-island 8.19 (gr. I.) inkjetprint, 590" x 157" (15 x 4m)

-subway map 35.5" x 35.5" (90 x 90cm)

2000

Im See des Stadtparks in Boeblingen baute Markus Wetzel ein Floss mit einer Treppe zu einem ins Wasser gebauten Eingang, einem fiktiven Metroeingang. Das stegähnliche Floss war mit Graffities besprüht und erinnerte somit an eine wirkliche Metrostation. Am Floss lag ein kleines Boot, das dazu dienen sollte, um von der Metrostation ans Land oder auf die Insel zu kommen. Diese Arbeit war auf unironische Weise eine Anspielung an Martin Kippenbergers Metro-Projekt, um auf diese Weise bereits „vorhandene“ utopische Transportmittel zu nutzen.

Anderseits legte Wetzel in dieser Installation das erste Mal die Fährte dafür, Utopie seiner Inselwelt und die Realität zu verbinden, und zwar auch als übergeordnete Instanz. Damit ist gemeint, dass es nicht nur um den Topos Insel geht, sondern auch um den grundsätzlichen Versuch, Traumwelten und ihre Entspre- chungen in der Realität zu verbinden. Inseln bedeuten ihm somit reale Orte wie auch Projektionsflächen der Fantasie, bzw. utopische Orte. Wetzel möchte sich einerseits einer Form der Realität bedienen - als reale Insel –andererseits benutzt er die Insel aber auch als einen Ort der Utopie, an dem nichts gesichert, nichts eindeutig erscheint. Oder anders gesagt: Wetzel möchte Orte schaffen, die sich aus einem produktiven Verhältnis zwischen Fiktion und Realität speisen.